seascape
© Dorothea Ronneburg 2016

22.11.16

Durchstarten

Wir sitzen im Restaurant. R bestellt den obligatorischen Greek Salad und ich den halben Liter Weißwein, um ihn mit A zu teilen, obwohl ich jetzt schon weiß, dass ich noch ein Viertel bestellen werde, um halbwegs bettschwer zu werden. Vergessen ist zu diesem Zeitpunkt bereits der Adrenalinstoß nach Landung in Mytilini Airport und der erstaunliche Vorgang, dass mein Koffer schneller auf dem Transportband gelandet ist, als ich aus dem Bus ausgestiegen bin, um das Territorium der Insel Lesbos endgültig betreten zu haben.
Die anderen Menschen am Tisch sind Volunteers. So sagt man wenn man ehrenamtlich für eine Organisation aktiv wird. Überhaupt begegne ich neuen, international anerkannten Sprachcodes. NGO ist das Geringste, das kennt ja jede*r. Refugees auch. Man kann sagen: Flüchtlinge oder Geflüchtete. Da ist die Bezeichnung Rubber Boat oder Dinghi. Ach ja. Life Vests. Und es gibt die Camps. Sie heißen Moria, Kara Tepe und Pikpa. Dann gibt es noch den EU/Türkei Deal. Seither geht für viele Menschen auf dieser Insel nichts mehr. Oder schon gar nichts schnell. Die einen machen kein Geschäft mehr. Die anderen kommen nicht weg, obwohl sie das eigentlich wollen. Dafür machen andere ein Geschäft. Und wieder andere erleben, Teil einer Bewegung zu werden, die wie eine neue Kraft erscheint. Manchmal, so sagte mir R, müssen die Piloten durchstarten, weil sie auf der Insel nicht landen können.

23.11.16

No Smoking Area

das Schild auf dem Tisch muss da halt stehen, aber der Aschenbecher daneben eben auch. Schließlich will man nach dem Essen rauchen, so wie man es immer gemacht hat. Im Hafen von Mytilene liegt das graue Border Control Schiff der EU, es fährt unter britischer Flagge. Eine Entscheidung wie der EU/Türkei Deal hat die geplagte Bevölkerung der griechischen Inseln scheinbar entlastet. Es kommen nicht mehr Boote in Massen. Für eine kleine Weile nun scheint das Leben wieder normal zu verlaufen, auch wenn die Touristen weiterhin ausbleiben. Die Volunteers sind von Rettern zu Sozialarbeitern geworden. Die Camps manifestieren sich und findige Geschäftsleute haben Pommesbuden mit bunten Lichterketten davor aufgebaut, als wären sie ein Campingplatz. Vom Camp zum Campground. Doch der Schein trügt. Wer hier lebt sind Menschen, die in ihrer Heimat keine Chance haben. Darüber hinaus: ihr Leben dort ist bedroht. Es sind auch die Hoffnungsträger für bedrohte Kulturen und Nationen, ethnische oder religiöse Gruppen. Sie sollten den Krieg überleben. Aber auch Menschen mit Behinderungen und Alte. Schwer beschädigte Menschen auch, die extreme Schicksalsschläge und Trennungen verkraften müssen. Sie haben eine harte, gefährliche Zeit hinter sich. Und leben jetzt in einer Art gläsernem Käfig. Er ist nicht sichtbar, und doch stoßen sie beständig an die Scheiben. Wie ein Aquarium ohne Wasser.

 

24.11.16

Esperanza

An der Straßenecke treffen wir die Frau mit dem Namen Hoffnung. Sie will per Anhalter nach Pikpa, dem ‚Village of All Together’. Unsere Hoffnung, auch hier unkonventionell für die Geflüchteten tätig werden zu können, geht in Erfüllung, weil Esperanza die Türen dafür öffnet, indem sie uns vorstellt. Wir bemalen dürr bizarre Baumzweige für einen Wunschbaum zum amerikanischen Thanksgiving Fest und die Farbe lockt auch die scheuen Beobachter um uns herum. Sie kommen aus Aghanistan, Syrien, Eritrea und sind zutiefst verunsichert. Esperanza kommt mir wie eine Göttin vor. Vielleicht, weil ich in Griechenland bin. Aber sie ist auch so wie ein kleines Mädchen. Sie hat eine große Gabe Türen zu öffnen. Es ist ein großes Glück solche Ausnahmemenschen zu treffen.

 

25.11.16

Moria

Heute Nacht hat es eine Explosion in Moria gegeben. Das erste Mal in meinem Leben bekomme ich ein Gefühl für Krieg. Das ist wirklich nur ein Gefühl, denn es entbehrt jeglicher Grundlage. Ich weiß ja gar nicht was da explodiert ist. R war die ganze Nacht unterwegs gewesen, um Menschen an einen sicheren Schlafplatz zu bringen. Was geschehen ist, soll ich bald erfahren.

26.11.16

 

Sa. 26.11.16 ‚From Mytilini with hope’

Brief an amnesty international, ein Versuch

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit einigen Jahren unterstütze ich amnesty, diesmal bitte ich selbst um Unterstützung. Vorletzte Nacht starben bei einem Feuer im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos zwei Menschen.
Dieser Umstand wurde beispielsweise von der SZ wahrgenommen und findet dort mit einem süffisant menschenverachtenden Satz Erwähnung. ‚Dort kommt es immer wieder zu Aufständen der Frustrierten; gerade gab es zwei Tote, eine Großmutter und ein Kind.’ SZ 25.11.16, 19:09

Im ehemaligen Gefängnis von Moria, gebaut für 1500 Personen, sitzen aktuell ca. 5000 Menschen in Zelten mehr oder weniger auf dem blanken Boden. Sie haben Decken, vielleicht eine Unterlage. Der Winter kommt, die Nächte sind kalt. Diese Menschen kommen bekanntermaßen aus Krisengebieten und sind nicht gesund. Sie haben zum Teil unerträgliche Schicksalsschläge hinter sich. Es sind auch Frauen, Kinder und Alte. Sie als ‚Frustrierte’ zu bezeichnen ist ein zum Himmel schreiender Zynismus. Das alles wissen sie sicher genauso gut wie ich.

Aber was kann man machen? Es ist eine absurde Idee fünftausend Menschen an einem Ort zu festzusetzen und ihnen keine Perspektive anzubieten und zu glauben, die halten das dann aus und harren der Dinge die da kommen. Ein individueller Weg lässt die Geflüchteten an den Rand der Kriminalität geraten. Wer darüber hinaus aufmuckt, gerät in Gefahr, von der Polizei verprügelt zu werden. Wer fotografiert macht sich ebenfalls unbeliebt. Die aktiven Menschenrechtsverletzungen sollen nicht ans Licht kommen.

Wir diskutieren seit Tagen hier auf Lesbos, wo ich momentan als unabhängige Freiwillige Zeit verbringe, wie man dem begegnen kann.
Vorletzte Nacht sind Dutzende Leute aufgrund des Feuers und schließlich aufkommender Unruhen aus dem Lager geflohen und in den Bergen rund um Mytilini herumgeirrt. Dank der Helfer aus aller Welt konnte die Situation aufgefangen werden, aber es ist keine Lösung. Seit den ersten schweren Unruhen im September sind Vorfälle dieser Art geradezu alltäglich geworden. Sie werden auch von den Hilfsorganisationen hingenommen.
Warum sich in diesem Fall insbesondere die griechische Polizei gegenüber den Geflüchteten so aggressiv verhält ist genauso wenig nachvollziehbar, wie die türkische Küstenwache Gerüchten zu Folge Flüchtlingsboote aktiv zum kentern bringt und sie somit versenkt.

amnesty international unterstützt eine tolle Ausstellung in Athen, ‘the museum without a home’. Aber sollte nicht neben der Aufklärung für Lesbos und ganz Griechenland aktive Hilfe veranlasst werden. Zum Beispiel durch eine Petition vor dem EU Parlament?
Was kann man tun?

Gerne erwarte ich ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Dorothea Ronneburg

 

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European politics burn our children. Friedliche Demo am 26.11.16 © Dorothea Ronneburg 2016

 

29.11.16

Brandherd

Warum eigentlich flüchten die Menschen nach Europa? Ist es, weil sie teilhaben wollen an unserem Wohlstand, und unserer Sicherheit? Weil die Schlepper ein Paradies versprechen? Oder ist es auch, weil sie eine Art Idealvorstellung haben? Eine Welt in der Menschenrechte gesetzlich verankert sind, sprich: auch von staatlichen Organen geschützt und eingehalten werden. Und man sich daher auch sicher fühlen darf. Und egal welcher Hautfarbe, welchen Glaubens, welcher sexuellen Neigung man ist, in Frieden leben kann.

Ich dachte auch einmal, dass diese Welt existiert, und die europäische Idee hätte ihr Rückhalt gegeben. Indes mein Vertrauen: es hat in diesen Tagen auf Lesbos nicht nur einen Riss bekommen. Es droht, zu zerbrechen.

Noch gestern sah ich viele Leute mit durchweichten Schuhen, wenn sie überhaupt welche hatten. Viele gehen in Badeschlappen. Und das am Rand von Europa, protegiert, nein: forciert durch die Politik der EU. Den Nachmittag über fuhren wieder die Ambulanzen in das Lager von Moria. Die Freunde von der No Border Kitchen vermuten, dass die Leute in ihren Zelten unterkühlen.

Nach dem Brand in Moria –  ausgelöst vom puren Bedürfnis nach Wärme war ein Gaskocher explodiert –  kam der Regen. Dann der Sturm. Jetzt die Kälte. Ein Naturereignis welches der Jahreszeit angemessen ist, und durch seine alljährliche Wiederkehr keine Überraschung ist. Aber es gibt KEINE Vorsorge diesbezüglich. Die Leute schlafen auf dem blanken Boden.

 

30.11.16

Ursache für Flucht.

Ich sitze im eben von mir mit R und den Geflüchteten hergestellten Frauenbereich im social center der NBK und nähe hübsche griechische Häkeldeckchen auf große goldgelbe Tücher, alles Fundstücke. Zunächst gesellen sich zwei Männer zu mir. Jener, der mir die Arbeit abnimmt, hat nur noch ein Bein. Es ist ein klassisches Bild, wie wir es aus den Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts von verblichenen Fotos her kennen. Hosenbein umgeschlagen, sehr einfache Krücken. Die beiden Männer leben in Moria, dem so genannten Hotspot. Eingerichtet, um die Forderungen der EU zu erfüllen. Sie waren geschätzt vier Kilometer oder mehr unterwegs gewesen, um bei der No Border Kitchen auf eine Ärztin zu warten, die aber nicht kam. Ich frage nach dem Bein, wie er es verloren hat. „The war, the war. Irak is not good.“ bekomme ich zur Antwort. Dann kommen zwei Frauen, sie haben ihre kleine Kinderschar mit dabei. Die Männer erkundigen sich, ob das ein Frauenbereich sei, und nachdem ich das bestätigt habe, ziehen sie sich zurück. Die beiden Mütter nehmen Platz und schnell Kontakt auf. Warum sind sie aus Afghanistan geflohen? L, die gut Englisch spricht, da sie es im englischen Sprachcenter ihrer Heimatstadt gelernt hat, erklärt mir, dass eben diese Stadt nun voll sei von Taliban und IS-Leuten. Sie haben ihren Mann mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, Kämpfer für die radikalen Islamisten zu werden. Im Fall seiner Weigerung würden sie die ganze Familie töten. Sie sahen keine Alternative als zu fliehen. Jetzt sitzen sie auf Lesbos fest und können nicht verstehen, warum man sie nicht weiter reisen lässt. Sie wollen hier nicht leben. L will nach Berlin, wo ihre Schwester wohnt. Sie fragt mich, ob ich ihr Brautkleid mitnehmen könnte, damit es bei ihrer Schwester in Sicherheit ist. Ob sie selbst jemals bis Deutschland kommen wird, ist ungewiss.

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© Dorothea Ronneburg 2016

27 000 Dollar

kostete die Reise für vier Personen. Das war die gesamte materielle Existenz der Familie S, welche zu Geld gemacht wurde, um die Flucht zu finanzieren. Was ist das Konzept der EU? Geht es darum, die Lebensbedingungen im Hotspot so unerträglich zu gestalten, dass die Leute nur noch eines wollen: zurück? Aber wohin? Vor die Mündung eines Gewehrs, oder in die Tyrannei eines radikalislamischen Systems? Oder in die Türkei, wo sie auch keine Chance haben, als in einem System von Ausbeutung und Sklaverei ein trauriges Dasein zu fristen. Geld haben sie ohnehin nicht mehr. Das heißt, man muss es noch schlimmer gestalten, als all das, vor dem die Refugees geflohen sind.

Immer wieder höre ich von offenkundigen Verzögerungsstrategien im europäischen Asylverfahren. Kollision entsteht hierbei z.B. mit den Vorschriften der Inselverwaltung. Kaum Rechtsbeistand. Zwangsaufenthalt unter erniedrigenden, gesundheitsschädlichen, und unerträglichen Zuständen ist die Folge. Mangelnde und grauenvolle Ernährung. Keine Möglichkeit, selbst für Abhilfe zu schaffen außer in der Illegalität. Der Flucht in die Illegalität.

Moria war ein Gefängnis. Und es erscheint mir immer noch, eines zu sein. Ein Gefängnis mit einer Art offenem Vollzug. Ich frage mich, ob nicht für Gefängnisse grundsätzlich Regeln gelten. Ob sie nicht ein Dach über dem Kopf anbieten müssen. Sanitäre Einrichtungen. Betten. All das.

 

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Vor 4 Jahren heiratete L. 2016 gelangte das Kleid bis Lesbos. © Dorothea Ronneburg 2016

2.12.

Brautkleid

Das grüne Brautkleid reist nun im Bauch eines Flugzeuges mit mir nach Berlin. Es war von L den ganzen weiten Weg von Afghanistan bis übers Meer nach Lesbos eng zusammen gerollt mit ihrer Körperkraft getragen worden. Unterwegs wurde die Familie ausgeraubt. Sie mussten selbst die Kleider abgeben, welche sie am Leibe trugen. Ich vermute, die Diebe wussten, dass viele Geflüchtete ihr Bargeld in die Kleidung einnähen.

Ich trage einen hohen Wert. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, als die Rote Armee im heutigen Tschechien die Deutschen ‚räumte’, musste auch meine Familie fliehen. Indes, meine Großmutter konnte nicht ohne ihr Tafelsilber, und hat dafür ein hohes Risiko auf sich genommen. Nur um dieses Besteck zu retten, verkleidete sie sich als Mann und kehrte in das verlassene Haus zurück. Die Stadt war da beinahe menschenleer und leicht kontrollierbar. Das Besteck habe ich heute noch. Vielleicht ist dies wie ein Bindeglied, und hat L und mich zusammengeführt. Als temporäre Bewahrerin ihres Brautkleides.

 

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© Dorothea Ronneburg 2016

6.12.16

Grenzenlos kochen

Nur mühsam komme ich zu Hause an. amnesty hat mich vertröstet. Das Thema ist weit weg. Im Moment geht es darum, auf den um sich greifenden Rassismus hier positiv Einfluss zu nehmen. Ich werde noch einen Versuch mit dieser von mir geschätzten Organisation starten. NBK will am 24.12.16 für ALLE kochen. Für die Leute in Moria genauso, wie für die Volunteers, einfach für alle. Manche sogar für die Polizei. Was für eine höchst christliche Idee, auch wenn das die no border Leute vielleicht nicht so sehen. Nein, es ist einfach großartig, wieviel Liebe – und Fleiß – sie in diese Arbeit geben.

Die Liebe ist es die vielleicht, welche all die Grenzen sprengen wird. Die Liebe ist auch meine Hoffnung. Anders können wir die Stürme der Zukunft nicht überstehen. Und ich finde es auch sehr pragmatisch klug, die Liebe durch den Magen gehen zu lassen. Und träumen muss man.

Imagine there’s no countries […] | You may say I’m a dreamer | But I’m not the only one | I hope someday you’ll join us | And the world will be as one. – John Lennon.

 

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© Dorothea Ronneburg 2016

 

6.12.16

YOU CAN’T EVICT A MOVEMENT!

Ein Ruf, der mir gefällt.

All jene Entscheidungsträger von Seiten der EU und der Mitgliedstaaten, welche diese Misere zu verantworten haben, wünsche ich mir auf die Insel. All diese Schlipsträger und Gekonnt-In-Kameras-Grinser, all jene opportunistischen Heuchler. Und die Von-Rechts-außen-an-die-Macht-Drängler, die wünsche ich mir ganz besonders in so ein Zelt, bei Gewitterregen. Sie sollen all das sehen, fühlen, erleben. Welches menschliche Leid sie geschaffen haben und vor allem, wie sehr es vermeidbar gewesen wäre, und auch jetzt ist. Und gleichzeitig sollen sie auch sehen, dass es eine Kraft gibt, die viele verschiedene Menschen an einem Strang ziehen lässt. Ich empfinde eine große Solidaritätsbewegung mit den Geflüchteten quer durch Altersgruppen und Geschlechter, quer durch die sozialen Schichten, quer durch die Nationen. Und das macht alle, die unterstützen und mitarbeiten, auch stark und wachsam. Sie lässt uns die eigenen Unterschiede vergessen. Und diese Kraft ist jetzt geboren. Und sie war in diesem Maße vorher nicht da. Sie ist all jenen zu verdanken, die wachsam genug waren, AUCH Respekt für Griechenland zu zeigen und Netzwerke von Unterstützung zu schaffen. Danke, an alle die das angefangen haben.

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Lobby Hostel WelCommon In Gold abgesetztes Wandfries mit ornamentalen Motiven. Vorlagen durch Kinder, Jugendliche und Erwachsene hergestellt. Auftrag Schablonentechnik. © Dorothea Ronneburg 2016

 

12/16

Rückschau

Ich erinnere mich an die ersten vier Tage in Athen, wo wir das Welcommon Hostel unterstützen konnten, ebenfalls durch einen künstlerischen Beitrag, gemeinsam mit Geflüchteten. Unbürokratisch, unkonventionell, einfach losgelegt. Die Farbrollen samt der Idee weiter gegeben, die Idee losgelassen. Ich bin gespannt darauf, wie das Welcommon immer mehr von einem Krankenhaus zu einer Herberge wird. Ich bin gespannt ob sein Beispiel Schule machen wird, ja, ich hoffe es sehr. Denn hier ist ein wirklich sinnvoller Ort entstanden aus einer leer stehenden Stadtklinik, die ungenutzt vor sich hin rottete. Jetzt kann sich das Gebäude wieder mit Leben füllen und auch mit der griechischen Hauptstadt und ihren Bewohnern und Gästen in Dialog treten. Und es muss ja auch viel besprochen werden. Es entsteht ein Wirtschaftsfaktor durch den Betrieb einer solchen Unterkunft, welcher aus meiner Sicht nicht unterschätzt werden sollte. Ich habe sehr viel Leerstand in Athen gesehen. Ich wünsche mir Investoren, die sich mutig auf den Weg machen. Nach Athen.

Athen: weltoffene, herzliche Stadt, mit viel, viel Musik. Mit viel, viel Gespräch, und geistigen Austausch, mit viel Lust am Ausgehen, am Essen, am Sozialleben. Mutter aller Städte. Politische Stadt. Aktive Stadt.

Und ich erinnere mich an das Spaghetti Essen in der gemütlichen WG Küche der Volunteers for Lesvos mit den aktuell anwesenden Ehrenamtlichen. Was für wunderbare Leute sind es, die dort Zeit und Kraft spenden, Know-How, Freundlichkeit, Liebe, Mitgefühl. Ich bin sehr begeistert. Yes, we share!